2014: Restaurierung wertvoller Kunstschätze

Im Jahr 2014 konnten mehrere wertvolle Kunstwerke aus dem Bestand des Mindener Domes konserviert und restauriert werden. Dazu gehörten ein karolingisches Elfenbeinrelief mit spätmittelalterlichem Buchdeckel, vier Armreliquiare aus der Zeit um 1300 bis 1500, die sogenannte Verbrannte Madonna, eine Statue des heiligen Laurentius aus dem 15. Jahrhundert sowie ein westfälisches Kaselkreuz.

Das Projekt wurde im Rahmen des Restaurierungsprogramms „Bildende Kunst“ des Landes Nordrhein-Westfalen realisiert. Die Restaurierungskosten beliefen sich insgesamt auf 62.759,24 Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen übernahm 80 Prozent der Kosten, der verbleibende Eigenanteil wurde vom Dombauverein Minden e.V. getragen.


Buchdeckel mit karolingischem Elfenbeinrelief

Karolingisch, um 860–870 · Buchdeckel vermutlich Westfalen, spätes 15. Jahrhundert

Zu den herausragenden Objekten gehört ein kostbarer Buchdeckel mit einem karolingischen Elfenbeinrelief, das die Himmelfahrt Christi darstellt. Das nur 13,3 × 12,6 cm große Relief wird von einer aufwendig gearbeiteten Fassung aus vergoldetem Silber mit Amethysten, Chalcedon, Granaten, Saphiren, Smaragden und Glassteinen umgeben.

Der Brand von 1945 hatte insbesondere am Elfenbein erhebliche Schäden hinterlassen. Hitzeeinwirkung und frühere Eingriffe belasteten die empfindliche historische Substanz zusätzlich; auch Metallfassung, Schmucksteine, Textil und Papier zeigten Schäden. Die konservatorischen Arbeiten dienten deshalb vor allem der Sicherung des erhaltenen Originals und der Stabilisierung der unterschiedlichen Materialien.

Für die Konservierung und Restaurierung des Buchdeckels waren 23.490 Euro vorgesehen.

Westfälisches Kaselkreuz

Westfalen, 15. Jahrhundert

Das Kaselkreuz ist eine aufwendig gearbeitete Reliefstickerei aus Seide und Metallfäden. Ursprünglich befand es sich auf der Rückseite einer Kasel, eines liturgischen Messgewandes. Später wurde das Kreuz abgetrennt und im 18. Jahrhundert in einen hölzernen Kreuzkasten eingefügt.

Jahrhunderte der Nutzung und Alterung hatten deutliche Spuren hinterlassen. Farben waren verblasst, Metallfäden korrodiert und Teile der Stickerei gelöst oder verloren gegangen. Auch frühere Reparaturen und die Befestigung mit korrodierten Eisennägeln hatten das empfindliche Textil belastet. Bei der Restaurierung wurden lose Seiden- und Metallfäden gesichert, geschädigte Gewebepartien stabilisiert und der historische Holzkasten konservatorisch behandelt. Eine neue, schonendere Montage sollte das textile Kunstwerk langfristig schützen.

Für Restaurierung und Dokumentation des Kaselkreuzes waren 25.109 Euro vorgesehen.